6. Sept.
2007
Klaus-Peter Bachmann und Isolde
Saalmann MdL:
Die Bildungschancen der Kinder
dürfen nicht am Geldbeutel der Eltern scheitern
SPD-Landtagsfraktion fordert die Landesregierung
deshalb auf, einen Sozialfonds einrichten
Die SPD-Landtagsfraktion
setzt sich für eine bessere Unterstützung des Landes für einkommensschwache
Familien und Alleinerziehende bei den Bildungsausgaben für die Kinder ein. Eine
entsprechende parlamentarische Initiative bringt sie nächste Woche in den
Landtag ein.
„Wir müssen unverzüglich für
eine Übergangszeit einen Sozialfonds einrichten, aus dem Schulen Finanzmittel
für Arbeitshefte, Schulmaterialien und die Teilnahme am Schulessen unbürokratisch
abrufen können, bis entsprechende Bundesregelungen angepasst werden“, forderte
die Braunschweiger Landtagsabgeordnete Isolde Saalmann und betonte:
„Niedersachsen muss Kinder aus einkommensschwachen Familien auf ihrem
Bildungsweg erheblich besser unterstützen“.
„Auch die Kostenübernahme
für die Schülerbeförderung muss geändert werden, da auch die Sicherung der
Mobilität eine zentrale Aufgabe ist, um gleiche Bildungs- und Berufschancen
sicherzustellen. Das Abitur darf nicht an der unbezahlbaren Busfahrkarte
scheitern“, meinte darüber hinaus Ihr Fraktionskollege Klaus-Peter Bachmann. Bisher
endet in Niedersachsen die Kostenübernahme für die Schülerbeförderung mit dem Übergang
in die Sekundarstufe II an weiterführenden Schulen. Diese Kosten werden aber durch
die Regelsätze der bundesweiten Sicherungssysteme des SGB II und SGB XII nicht
ausreichend abgedeckt.
2004 waren in Niedersachsen
7 % aller Familien mit Kindern Bezieher von Hilfe zum Unterhalt, d.h. 62.000
Familien mussten unterstützt werden. Am härtesten betroffen sind die knapp
40.000 Alleinerziehenden. Insgesamt leben in Niedersachsen über 130.000 Kinder
und Jugendliche unter 18 Jahren in Armut. Jeder 3. Haushalt mit 5 und mehr
Personen ist mittlerweile arm. Nach Auffassung der SPD-Fraktion soll sich der
Sozialfonds und die Kostenübernahme für die Schülerbeförderung auf Kinder von
Leistungsbeziehern des Arbeitslosengeldes II, des Sozialgeldes, der Sozialhilfe
und des Wohngeldes sowie auf Kinder von Eltern, deren Einkommen das
steuerrechtliche Existenzminimum nicht überschreitet und Kinder, deren Eltern
Zahlungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, erstrecken.
„Alle wissen, dass Deutschland
beim Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungschancen einen Spitzenplatz
belegt. Das wollen wir nicht hinnehmen. Wir brauchen schnell eine gerechte Lösung
für unser Bundesland. Wir befürchten aber, dass die Landesregierung unsere
Vorschläge nicht aufgreifen wird.“, so Bachmann und Saalmann. Im Falle eines
Regierungswechsels werde eine SPD-geführte Landesregierung aber einen
Sozialfonds einrichten sowie die Änderung der Kostenübernahme bei der
Schülerbeförderung in die Wege leiten.