Klaus-Peter Bachmann MdL
5.11.08
Pressemitteilung
Bachmann fordert Sorgfalt statt Eile bei Neuordnung der beruflichen Bildung
Der Braunschweiger
SPD-Landtagsabgeordnete Klaus-Peter Bachmann warnt davor, Änderungen bei der beruflichen
Bildung mit der heißen Nadel zu stricken. „Wir fordern von der Landesregierung,
die sich in der Anhörung befindenden Änderungen der Verordnung für
Berufsbildende Schulen um ein Jahr zu verschieben. Lediglich der Teil, der
wegen des Wegfalls des Berufsgrundbildungsjahres zwingend verändert werden
muss, sollte schon zum 1. August 2009 in Kraft treten.“
Kritik kommt von Bachmann an den
Plänen der Landesregierung: „Geht es nach der CDU, wird es in Zukunft für
tausende Schüler schwerer werden und länger dauern, ihre Haupt- und
Realschulabschlüsse zu erlangen. Die geplanten Änderungen bedeuten zahlreiche
Verschlechterungen in der beruflichen Bildung. Insbesondere kleinere
Berufsschulen im ländlichen Raum werden Probleme bekommen. Leidtragende sind
auch die kleineren Betriebe, die zukünftig in Niedersachsen sehr viel schwerer
geeignete Bewerber finden werden. Außerdem wird auf diese Art und Weise die
Ausbildungsplatzmisere weiter verschärft.“
Hintergrund: Durch die geplanten
Änderungen der Verordnung für Berufsbildende Schulen sollen die Möglichkeiten
für Schülerinnen und Schüler, weiterqualifizierende Abschlüsse in der
Berufsbildung zu erwerben, deutlich einschränkt werden. So bleibt Absolventen
des Berufsvorbereitungsjahres künftig der Hauptschulabschluss verwehrt. Für
Hauptschüler wird das Erreichen eines höheren Abschlusses massiv erschwert.
Realschüler, die einen erweiterten Abschluss erlangen wollen, müssen demnächst
fast ausnahmslos statt einem gleich zwei Jahre Berufsfachschule anhängen.
Die SPD-Fraktion bringt einen
eigenen Antrag zur Beruflichen Bildung in den Landtag ein. Darin fordert sie,
dass die Berufsfachschule weiter klar durchlässig und attraktiv für Jugendliche
ist und die Ausbildung entsprechend dem Bedarf am regionalen Arbeitsmarkt
erfolgt. „Außerdem sollen entgegen der Pläne der Landesregierung kleinere
Berufsbildende Schulen gestärkt werden, indem dort auch Schüler von
Teilzeitberufsschulen und Vollzeitberufsfachschulen gemeinsam unterrichtet
werden können“, so Klaus-Peter Bachmann. Ebenso sollen Schulen und Träger in
Zusammenarbeit mit der Wirtschaft vor Ort größere Spielräume bei der regionalen
Gestaltung des beruflichen Bildungsangebotes erhalten.