Pressemitteilung
10. Februar 2007
Klaus-Peter Bachmann MdL (SPD): „Auch
ein halbierter Raubzug ist volles Unrecht“
Regierung Wulff greift auch künftig in die kommunalen Kassen
„Es ist ein Stück aus dem
Tollhaus, dass Herr Wulff den Kommunen per Griff in die Kommunalen Kassen erst
jährlich ca. 162 Mio. Euro wegnimmt und sich dann dafür belobigen lassen will,
dass er 75 Millionen Euro wieder zurückgibt“, erklärte der SPD-Innenpolitiker
Klaus-Peter Bachmann:. „Auch ein halber Raubzug ist volles Unrecht“, sagte
Bachmann mit Blick auf das laufende Verfahren vor dem Niedersächsischen
Staatsgerichtshof. „Ich sehe nicht ein, warum sich die kommunale Ebene darüber
freuen sollte, dass die jetzt ein Bruchteil dessen zurückbekommt, was ihnen die
Regierung Wulff seit 2004 weggenommen hat“, so Bachmann.
Der SPD-Innenpolitiker
äußerte erhebliche Zweifel an der von der Landesregierung angekündigten
Umstellung des Finanzausgleichs. „Wer einen Flächenfaktor und einen demographischen
Faktor einführt, organisiert einen Systemwechsel im kommunalen Finanzausgleich,
bei dem es nicht nur Gewinner geben wird“, sagte Bachmann. „Die Effekte dieses
Systemwechsels werden derzeit vor allem durch die der Regierung in den Schoß
gefallenen Steuermehreinnahmen kaschiert“. Bachmann forderte die
Landesregierung auf, den neuen Verteilungsschlüssel unverzüglich offfenzulegen.
„Die vorgelegte Vergleichsrechnung ist ein Täuschungsversuch zu Lasten der
finanzschwachen Kommunen. In der Modellberechnung werden die Ist-Zahlen des
Jahres 2006 mit der vorläufigen Finanzausgleichsmasse für das Jahr 2007
verglichen. Da von 2006 auf 2007 eine deutliche Erhöhung der Steuereinnahmen zu
verzeichnen ist, steigt die Finanzausgleichsmasse entsprechend. Notwendig ist
eine Vergleichsberechnung, die getrennt für die Jahre 2006 und 2007 die
unterschiedlichen Verteilungswirkungen nach geltendem Recht und den von der
Landesregierung geplanten Veränderungen aufzeigt“. Es ist bezeichnend, dass die
Landesregierung diese ehrlichen Vergleichsrechnungen unter Verschluss hält“.
Ohnehin sei fraglich, ob die
Veränderung der Finanzausgleichssystematik vor dem Staatsgerichtshof Bestand
haben werde. „Ich gehe davon aus, dass einige der durch das neue System
benachteiligte Kommunen den Staatsgerichtshof in Bückeburg anrufen werden“, so
Bachmann. Wenn sich Herr Wulff gleich zwei Finanzausgleichs-Pleiten in einer
Legislaturperiode leistet, ist das absolut rekordverdächtig“, so Bachmann. „Der
Staatsgerichtshof hat einen aufgabengerechten Finanzausgleich gefordert. Ich
habe große Zweifel, ob dieses Vorhaben der Landesregierung diesem Maßstab auch
nur ansatzweise gerecht wird“, ergänzt Bachmann.
Abschließend zeigte Bachmann
Verwunderung über den Zeitpunkt der Initiative. Vor nicht einmal zwei Wochen
hatte der Innenminister auf eine diesbezügliche Anfrage der SPD-Fraktion
im Plenum des Niedersächsischen Landtags erklärt, dass die Auswirkungen der
Einführung eines Flächenfaktors erst seriös berechnet werden könnten, wenn die
Ergebnisse der Jahresrechnung 2005 vorliegen. Damit sei voraussichtlich im März
2007 zu rechnen. „Entweder hat Herr Schünemann am 25. Januar den Landtag
belogen oder er hat jetzt aus purem Aktionismus einen Vorschlag ohne seriöse
Berechnung vorgelegt“, so Bachmann. „Beides wirft kein gutes Licht auf den
Innenminister“.
gez. Klaus-Peter Bachmann MdL